20. Juli 2010
Viele
Akteure, ein Ziel: Die Bodenseeregion soll eine gemeinsame, attraktive
Destination mit klar erkennbarem Profil werden und so die
Wertschöpfung des Tourismus nachhaltig steigern. Zu diesem Zweck
hat die Internationale Bodensee Tourismus GmbH (IBT) das Projekt
„Positionierung Bodensee“ initiiert. Erste Ergebnisse sowie
eine neue Tourismusstrategie als Grundgerüst der künftigen
Ausrichtung fanden bei der letzten IBT-Gesellschafterversammlung sowie
bei den IBK-Gremien breite Zustimmung. Jetzt sind alle Akteure rund um
den See aufgefordert, mitzuarbeiten.
Der Tourismus am Bodensee stellt einen wichtigen und
eigenständigen Wirtschaftsfaktor dar. Dieser soll in den
nächsten Jahren quantitativ und qualitativ wachsen. Das ist die
Stoßrichtung der neuen Strategie, die aus dem Projekt
„Positionierung Bodensee“ hervorgeht. „Die Strategie
gibt einen inhaltlichen Orientierungsrahmen vor und setzt Schwerpunkte,
wie die touristische Entwicklung der gesamten Region künftig
vorangetrieben werden soll“, erklärt Daniela Pahl-Humbert,
Geschäftsführerin der Internationalen Bodensee Tourismus
GmbH. Internationalisierung, Erhöhung der Bettenkapazität und
neue Angebote abseits der Hochsaison sind dabei wichtige Faktoren.
„In den vergangenen Jahren fehlte der Tourismusregion Bodensee
eine klare gemeinsame Ausrichtung. Das wird sich nun
ändern“, sagt Daniela Pahl-Humbert.
Wissenschaftliche Ist-Analyse
In enger Zusammenarbeit mit den Projektpartnern, Hochschule Konstanz
für Wirtschaft, Technik und Gestaltung, Universität St.
Gallen sowie weiteren 20 Tourismuspartnern rund um den See, wird seit
gut einem halben Jahr auf Hochtouren gearbeitet. Erstmalig wurden
für die gesamte Bodenseeregion wissenschaftlich fundierte Daten
gesammelt und ausgewertet.
Die erhobenen Zahlen machen deutlich, dass der Tourismus am Bodensee
einen entscheidenden Wirtschaftsfaktor darstellt. Dabei sind
Übernachtungsgäste für den Bodensee ebenso wichtig wie
Tagestouristen. Dementsprechend sollen in Zukunft auch beide
Zielgruppen Angebote am Bodensee finden. Mit zusätzlichen Betten
und neuen Angeboten will man zudem internationale Gäste vor allem
abseits der Hochsaison an den Bodensee bringen.
Weiterentwicklung der Region
Urlaub am Bodensee ist Erholung in der Natur. Umfragen bestätigen,
dass die Angebote in Bereichen wie Kultur, Kulinarik, Aktiv- oder
Familienferien von den Gästen geschätzt werden und zur
Destination Bodensee passen. „Unser Leistungsangebot wird sich
deshalb auch in Zukunft an diesen Themen und Kompetenzen
orientieren“, sagt Daniela Pahl-Humbert und bestätigt, dass
es im Zuge des Projektes keine ‚harte’ Neupositionierung,
sondern eine ‚weiche’ Weiterentwicklung geben wird.
Neu ist, dass die bestehenden Themenfelder wie beispielsweise
Vital/Aktiv oder Genuss /Kulinarik in strategische Geschäftsfelder
umgewandelt und mit sogenannten Querschnittsthemen, wie etwa
Nachhaltigkeit ergänzt werden. Die endgültige Festlegung der
strategischen Geschäftsfelder ist noch nicht abgeschlossen.
Im Zuge der Weiterentwicklung des bestehenden Organisationsmodells soll
es künftig Strategieleistungen wie zum Beispiel Vernetzung,
Koordination, Markenführung, Marktforschung oder Internetportal
geben. Darüber hinaus sind länder- und
kantonsspezifische sowie projektbezogene Aufgabenbereiche geplant,
außerdem gemeinsame Aufgabenbereiche, die auf strategische
Geschäftsfelder bezogen sind. Die verschiedenen Bereiche werden
von den jeweils beteiligten Gesellschaftern getragen.
Dieses sogenannte Plattform-Modell trägt der Tatsache Rechnung,
dass sich die Bedürfnisse der touristischen Akteure rund um den
See unterscheiden. Gleichzeitig wird damit die optimierte Abstimmung
der Angebotsstruktur im Hinblick auf eine gemeinsame, professionelle
Markenpositionierung für die Tourismusregion Bodensee
sichergestellt.
Mitarbeit der Akteure
„Mit der Tourismusstrategie und dem ‚Ja’ der
IBT-Gesellschafter zur Weiterführung des Projektes steht das
Fundament“, freut sich Pahl-Humbert. In Teilprojekten sollen nun
in den kommenden Monaten die Geschäftsfelder mit
strategiekonformen Inhalten gefüllt werden. Dazu wünscht sich
die Geschäftsführerin eine breite Beteiligung der Akteure
rund um den See. „Denn der Erfolg des Bodensees hängt ganz
entscheidend von den Leistungsträgern am See ab.“
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