(lifepr)
Unteruhldingen, 01.10.2010
In den Pfahlbauten von Unteruhldingen am Bodensee,
Baden-Württemberg, beginnen jetzt bereits im Herbst durch die
museumseigene Handwerksabteilung die Vorarbeiten für die
Saison 2011. Unter dem Motto "Mobilität in der Steinzeit"
sollen die Besucher im ältesten archäologischen
Freilichtmuseum Deutschlands nächstes Jahr darüber
informiert werden, wie die Menschen früher -als es noch keine
Strassen gab- unterwegs waren: Mit Einbäumen, einfachen
Booten, die aus einem ausgehöhlten Baumstamm gemacht waren.
Einbäume mit einer Länge von fünf bis 12
Metern hat es am Bodensee wie an allen Voralpenseen früher
zahlreich gegeben. Ausgegraben wurden bislang am "Schwäbischen
Meer" allerdings erst wenige -vor allem kleine Spielzeugmodelle, die
von den Kindern der Jungsteinzeit vor 5000 Jahren an einer Schnur
gezogen wurden. Vom Starnberger See oder dem Federsee in Oberschwaben
sind inzwischen mehr als 30 Einbäume und die
dazugehörigen Paddel bekannt, ebenso aus den Seen der Schweiz,
insgesamt mehr als 200. Einbäume sind eine alte Bootsform, die
Jahrtausende lang im Einsatz war, bis in der Bronzezeit vor etwas mehr
als 3000 Jahren die ersten Plankenboote in Mitteleuropa aufkamen.
Einbäume gab es bei uns bis weit in das Mittelalter und neben
den modernen Schiffstypen bis in die Neuzeit hinein. In Teilen Afrikas,
Asien und Osteuropas gibt es auch heute noch diese einfache Bootsform,
die zum Transport von Lasten, zum Fischfang oder als Fährboot
Verwendung fand. Bis zu 6 Knoten erreicht man mit diesen
Wasserfahrzeugen aus Eiche, Weistanne oder Pappelholz mit einer
Besatzung von 5 bis 10 Personen. Etwa 30 Minuten brauchen trainierte
Ruderer, um den Bodensee an seiner schmalsten Stelle über 2,3
km von Unteruhldingen auf die Insel Mainau zu queren. Das haben
wiederholt Experimente des Pfahlbaumuseums am Bodensee ergeben.
Für 2011 ist im Pfahlbaumuseum der Aufbau einer aus mehren
Typen bestehenden Steinzeit-Flotte geplant -mit einem Einbaumrennen im
Sommer zum Abschluss.
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